20 Jahre Pétanqueclub
 „Zum Gut“ Zurzach: Back to the Roots

 

Ein Turnier wie in den guten alten Zeiten.

 

 

 

 

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BAD ZURZACH (ua) Am Sonntagmorgen versammelten sich die traditionsbewussten Mitglieder des Pétanqueclubs „Zum Gut“ bei der Feuerstelle auf dem Achenberg, um dort Pétanque zu spielen, wo ganz am Anfang auch gespielt worden war. Es war eines der drei internen Turniere anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Vereins, den man erfinden müsste, wenn es ihn nicht gäbe.

Archaische Spurensuche

Die Geschichte des Kugelspiels lässt sich bis zum Jahr 460 vor Christi Geburt zurückverfolgen. In Frankreich lässt sich das Boule-Spiel anhand seiner Verbote ab 1319 nachweisen. 1894 wird das erste Turnier im Boule Lyonnaise ausgetragen, eine komplizierte, bewegungsreiche und viel Training erforderliche Boule-Variante. Diese ist 1900 olympische Disziplin. In der Provence entwickelt sich Jeu Provençal. Gelegt wird mit Ausfallschritt, geschossen mit drei Schritt Anlauf auf einem Bein.

 

 

 

 

 

Back_to_the_roots0009.JPGDas erste Pétanque-Spiel findet im Jahre 1907 im südfranzösischen Ort La Ciotat statt. Ein guter und leidenschaftlicher Spieler namens „Jules Le Noir“ wird vom Rheuma geplagt und kann deshalb nicht mehr die drei Schritte Anlauf machen. Sein Freund Ernest Pitiot erfindet daraufhin ein Spiel auf kürzere Entfernung und ohne Anlauf. Er zieht einen Kreis auf den Boden. Aus diesem wird im Stand mit geschlossenen Füssen gespielt. Daher leitet sich der Name der Sportart ab. Die Bezeichnung für geschlossene Füsse heisst auf französisch „pieds tanqués“.

Nach und nach werden die Regeln dieser neuen Spielart entwickelt, aufgeschrieben und ein neues Spiel entsteht. 1910 wird ein (erster) offizieller Wettbewerb durchgeführt. Im Gegensatz zu allen anderen Boulespielarten tritt Pétanque einen raschen weltweiten Siegeszug an. Dafür ausschlaggebend sind die relativ einfachen Regeln, die unter anderem besagen, dass Pétanque auf jedem Boden gespielt wird.

1949 wird aber auch schon in Belgien Pétanque gespielt, weitere nationale Gründungen folgen in der Schweiz (1953), in Marokko (1954), in Kanada (1955) und in Luxemburg (1959).

1988 – Das Gründungsjahr des Zurzacher Traditionsvereins

Andi Lerf, frisch heimgekommen aus seinen Ferien, die er in Südfrankreich verlebt hat, trommelte seine Freunde zusammen und musste diesen- völlig begeistert vom Pétanquespiel – sein Spiel – bei Schweinwerferlicht – im Wald vorstellen. Der Virus breitete sich aus. An den Wochenenden kamen die verschiedenen Familien zusammen, grillierten und spielten Pétanque. Irgendeinmal kam der Wunsch auf, „richtig“ zu spielen und auch gegen andere. Da gleichzeitig auch die Gut-Wiese zur Disposition stand, wurde die Clubgründung an die hand genommen: Ein „unerhörter“ Schritt für viele der „Nonkonformisten“. Kopf, Herz und Hand mussten zusammengebracht werden. Eine erste Kontaktaufnahme mit dem Gemeinderat, insbesondere mit Gemeindeammann Franz Keller, verlief mehr als viel versprechend.

Ein Wettbewerb wurde intern zur Platzgestaltung veranstaltet, den Daniela Wunderli - trotz etlicher Pläne – klar für sich entschied. Die Gemeindebehörde unterstützte die Bestrebungen, vergab die Wiese im Baurecht und stellte 20 000 Franken zur Verfügung, um eine erste Gestaltung überhaupt zu ermöglichen. Im „Schwert“ fand dann die eigentliche Vereinsgründung statt.

1995 – der Griff zu den Sternen

Unter Leitung von Thierry Steullet, mit grosser Unterstützung der ZSO Zurzach, wurde die Schweizer Meisterschaft Doublette durchgeführt. Ein Meilenstein, der den Zurzachern viel Beachtung brachte. 2004 wurde daraufhin wiederum sehr erfolgreich die Ausscheidung der Deutschschweizer Meisterschaft durchgeführt. Der Verein war an unzähligen Anlässen zugegen und faszinierte mit seiner Kreativität und seinem „Exotentum“.

Sportlich gewannen seine Mitglieder etliche Complémentaire oder waren vorne dabei. 2007 gewannen Bernhard Erne, Willy Härig und Felix Rudolf den sensationellen neunten Platz an der Lausanner Schweizer Meisterschaft, im selben Jahr kamen Bernhard Erne und Felix Rudolf auf dem dritten Platz am Grand-Prix von Schaffhausen, derweil sich Willy Härig an der Deutsch-Schweizer Meisterschaft beim Tête-à-tête erfolgreich durchsetzen konnte.

Der Pétanqueclub – eine Heimat – für viele

Die Mitgliederstruktur zieht sich durch alle Schichten. Der unkomplizierte Umgang wird von vielen Menschen gesucht. Pétanque wird im Freien gespielt, der Vereinsplatz ist ein Bijou mitten im Flecken geworden, der auch eine Aufwertung des Ortsbildes bedeutet. Senioren schätzen ihn genau so wie die Schulklassen.

 

 

 

 

 

 

20_Jahre_ pczgz057.JPGDer Verein öffnet sich seit Jahren kontinuierlich und ermuntert zur Nutzung des öffentlichen Raumes. Eine wunderbare Entwicklung, die den Verein breit im Bewusstsein des Fleckens verankert.

Neben den Aktivitäten intern unter dem Motto „Back to the Roots“, die Turniere auf dem Platz, im Wald und am Rhein, fährt eine Gruppe mit dem Fahrrad nach München ans Hofgartenturnier.

Am 9. August findet das eigentliche Jubiläumsfest am frühen Nachmittag statt. Viele Attraktionen, eine Festwirtschaft und ausgewählte Musik werden einen denkwürdigen Tag bereiten. Im September unter der Leitung von Kurt Fischer und Hans Schmid wird dann im September das Jubiläumsjahr abschliessen.

Turnier, das Freude macht

Präsident Bernhard Erne begrüsste die Anwesenden zu einem wunderbaren Brunch, das Ursula Erne, Kurt Fischer, Peter Geisselhard, Walter Hürzeler und Felix Zehnder vorbereitet hatten. Er wünschte den Spielern eine vergnügliche Zeit auf diesem Platz ohne Grenzen, der ganz neue Erfahrungen bieten sollte. Er dankte Daniel Meier für die Organisation des Turniers und stellte das neue Outfit vor.

 

 

 

 

 

20_Jahre_ pczgz024.JPGHans Schmid liess sich nicht nehmen, ganz stolz darauf hinzuweisen, dass er noch immer das Original-Outfit trage, was zu allerlei witziger Kommentare führte… Eindrücklich war auf jeden Fall wie viele Pioniere mitspielten, das zeigt doch auch, dass Werner Fischer, Walter Hürzeler, Andi Lerf, Marcel Loosli, Daniel Meier, Hans Schmid, Thomas Schmid und Daniela Wunderli eine wunderbare, aber auch wichtige Aufbauarbeit geleistet haben.